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Überarbeitung der RÜB-Konzeption des Abwasserzweckverbandes Kammerforst

Universität/Institut:Universität Karlsruhe - Institut für Wasser und Gewässerentwicklung
Abteilung:Siedlungswasserwirtschaft und Wassergütewirtschaft
Region:Baden-Württemberg
Ansprechpartner:Dr.-Ing. S. Fuchs
Telefon: +49 721 608-6199
Email: This e-mail address is being protected from spam bots, you need JavaScript enabled to view it
Projektlaufzeit:
Inhalt:Die Regenentwässerung im Mischsystem ist systemimanent mit gezielten und geordneten Entlastungen von Mischwasser in die aufnehmenden Oberflächengewässer verbunden. Dabei bilden die Regenüberläufe die einfachste Form der Mischwasserentlastung. Sie werden in Abhängigkeit von der Fließzeit auf eine kritsche Regenspende ausgelegt. Ist die Kanalnetz oder Kläranlagenkapazität ausgelastet, so dass der kritische Regenabfluss nicht weitergeleitet werden kann, wird der Mischwasserabfluss gedrosselt und in Regenbecken zwischengespeichert. Grundsätzlich sind die bestehenden Konfigurationen bei jeder Nachverdichtung oder im Zusammenhang mit Neuerschließungen zu prüfen und ggf. anzupassen.
Das Einzugsgebiet des Abwasserzweckverbands Kammerforst mit 28.500 EGW umfasst eine undurchlässe Fläche von 422 ha, die im Mischsystem entwässert wird. Die Mischwasserentlastungen werden durch fünf Durchlauf- und ein Fangbecken realisiert, hinzu kommen zwei Stauraumkanäle mit oben- bzw. untenliegender Entlastung. Das gesamte Speichervolumen beträgt 12.510 m³ (29,6 m3/ha).

Im Zuge einer Sanierungsaufgabe des Regenüberlaufbeckens IV und der geplanten Vergrößerung der Siedlungsfläche im Einzugsgebiet sieht der AZV Kammerforst eine Neukonzeption des ursprünglichen Entwässerungskonzeptes aus dem Jahre 1987 vor. Zu diesem Zweck sind die bestehenden Anlagen durch eine Schmutzfrachtsimulation zu überrechnen. Ziel ist der Nachweis eines gewässerverträglichen Entlastungsverhaltens gemäß ATV-A 128.

Zur Plausibilisierung der Modellergebnisse liegen orientierende Messdaten von Mai 2006 bis Dezember 2007 zu Überlaufverhalten der Regenüberlaufbecken (RÜB) vor. Im wesentlichen handelt es sich um:

- Häufigkeit von Überlaufereignissen,
- Dauer von Überlaufereignissen,
- Volumen des entlasteten Mischwassers und maximales Einstauvolumen sowie maximale Einstaustauhöhe.

Diese Messdaten sind eine unverzichtbare Grundlage für das Erkennen von hydraulischen Engpässen und ungenutzer Reserven in Kanälen und Speicherräumen sowie zur Vermeidung drohender Gewässerschädigung durch stoffliche oder hydraulische Überlastung.
Um die Belastung von Bauwerken, Kläranlagen und Gewässern einschätzen zu können müssen zunächst die Messdaten selbst auf Plausibilität geprüft und nachfolgend ausgewertet werden. Dazu werden zunächst die Regenüberlaufbecken III, IV, VI und VII sowie der Beckenüberlauf II in ihrem Bestand aufgenommen und dokumentiert. Danach werden die Messdaten geprüft und die Regenüberlaufbecken bezüglich ihrer Entlastungsaktivität bewertet. Aus der Analyse der Messdaten und der vorläufigen Bewertung der Becken werden Empfehlungen für das weitere Vorgehen abgeleitet.

Relevanz:Nachweis eines gewässerverträglichen Entlastungsverhaltens der bestehenden Anlagen des Abwasserzweckverbands Kammerforst für die Neukonzeption des Entwässerungskonzepts
Kooperationsmöglichkeiten:Kommunen
Abwasserentsorger
Themenbereiche- Nachhaltige Wasserwirtschaft
Letzte Änderung:12. April 2010