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Biomasse-Vergasung

Universität/Institut:Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Abteilung:Energietechnik
Region:Baden-Württemberg
Ansprechpartner:Dr.-Ing. Lisbeth Rochlitz
Telefon: +49 (0) 7 61 / 45 88-5211
Email: This e-mail address is being protected from spam bots, you need JavaScript enabled to view it
Projektlaufzeit:2009-2012
Inhalt:Am Fraunhofer ISE wird ein Biomassevergaser im Technikumsmaßstab für 50 kW Brennstoffleistung aufgebaut und zunächst mit Holzpellets, danach mit anderer Biomasse (Halmgut, Frischmasse) getestet. Damit soll demonstriert werden, dass die technische Umsetzung der im Patent DE 10 2004 024 672 B4 vom Fraunhofer ISE geschützten Innovationen auch außerhalb des Labormaßstabs in einem Biomassevergaser zu einem teerfreien Synthesegas führen. Dabei soll das Produktgas ohne Einsatz einer Gaswäsche einen Teergehalt <<50mg/m³ enthalten und der Glühverlust in der Asche <5% sein. Durch den Einsatz von robuster, erprobter Technik soll in diesem Projekt eine hohe Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit erzielt werden, unter Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, speziell für Umwelt- und Arbeitsschutz. Insgesamt wird bei Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ein Heißgaswirkungsgrad von >>95 % und ein Kaltgaswirkungsgrad von >80 % angestrebt. Dies ist eine deutliche Steigerung gegenüber bestehenden Anlagen. Die meisten Biomassevergaser in Europa sind Pilotanlagen im Labor- und Technikumsmaßstab und können insbesondere bei Leistungen <1MW noch nicht wirtschaftlich arbeiten. Dabei sind gerade dezentrale Anlagen gut geeignet für eine unabhängige Strom- und Wärmeversorgung, auch als Ergänzung zu witterungsabhängigen erneuerbaren Energien.
Bisher gibt es keine Anlage, die einerseits wirtschaftlich, andererseits auch in ausreichend vielen Betriebsstunden mit KWK gelaufen ist und zudem vollautomatisiert ohne Beaufsichtigung betrieben werden kann. Die einzige Vergasungsanlage, mit der in Deutschland über zehn Jahre Versuche gelaufen sind, ist der Wamsler-Thermoprozessor, der allerdings bisher nicht als KWK-Anlage betrieben wird. Das vorliegende Projekt berücksichtigt diese Technik, basiert jedoch auf entscheidenden Innovationen des Fraunhofer ISE.
Relevanz:Die Biomassevergasung bietet ein hohes Treibhausgas-Minderungspotenzial. Mit dieser Technologie können insbesondere bei gleichzeitiger Kraft-Wärme-Nutzung deutlich höhere Wirkungsgrade erzielt werden als bei der Verbrennung von Biomasse. Das nutzbare Potenzial an Biomasse ist sowohl in Deutschland als auch weltweit noch nicht ausgeschöpft. Hier ergibt sich die Möglichkeit, regenerative Regelenergie bereitzustellen, als Ergänzung zu den je nach Witterung stark fluktuierenden erneuerbaren Energien wie Windkraft und Photovoltaik.
Kooperationsmöglichkeiten:Zur Verwertung des Know-hows wird nach Projektende eine Lizenzierung der Schutzrechte für eine Produktentwicklung angestrebt. Hierfür suchen wir ab sofort interessierte Firmen aus den Bereichen Anlagenbau, Steuerungs- und Regelungstechnik, BHKW, Gasmesstechnik.
Auch Forschungs-Kooperationen mit Instituten und Betreibern von Biomasse-Vergasungsanlagen sind jederzeit erwünscht.
Themenbereiche- Umweltfreundliche Energieerzeugung
- Energieeffizienz
Letzte Änderung:30. März 2010
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