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Projekt 30 Pilot-Netzwerke zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz in Deutschland - Verdopplung des energietechnischen Fortschritts in mittleren Unternehmen

Universität/Institut:Fraunhofer - Institut für System- und Innovationsforschung ISI
Abteilung:Energiepolitik und Energiesysteme
Region:Baden-Württemberg
Ansprechpartner:Dr.-Ing. Harald Bradke
Telefon +49 721 6809-153
Email: This e-mail address is being protected from spam bots, you need JavaScript enabled to view it
Projektlaufzeit:2009 bis 2013
Inhalt:30 Pilot-Netzwerke mit etwa 400 Betrieben sollen für vier Jahre mit bis zu einem Drittel ihrer Kosten für Moderation, Initialberatung und Monitoring gefördert werden.

Die CO2-Emissionen der deutschen Wirtschaft betragen derzeit rund 350 Mio. t, einschließlich der indirekten Emissionen bei der Stromerzeugung. Hier steckt ein großes Minderungspotential durch einen effizienteren Umgang mit Energie und durch Substitution der derzeit verwendeten Energieträger. Die Steigerung der Energieeffizienz lag in der deutschen Wirtschaft in den letzten zehn Jahren bei durchschnittlich etwa einem Prozent pro Jahr. Dieser "autonome" energiesparende Fortschritt soll in den Betrieben der mittelständischen Wirtschaft durch lokale beziheungsweise regionale lernende Unternehmensnetzwerke, einer wegweisenden Innovation im Bereich der Selbstorganisation der Wirtschaft, verdoppelt werden.

Wie ist dies zu erreichen? Nach den Beobachtungen in der Schweiz seit Mitte der 1980er Jahre und in etwa 15 seit 2002 in Deutschland entstandenen Energieeffizienz– und Klimaschutznetzwerken wurde die Energieeffizienz der jeweils 10 bis 15 beteiligten Betriebe um den Faktor zwei bis drei gegenüber dem Durchschnitt der Industrie gesteigert (siehe Funktionsweise eines Energieeffizienz-Netzwerkes). Das Geheimnis des Erfolges der lernenden Energieeffizienz-Netzwerke ist ein moderierter regelmäßiger Erfahrungsaustausch unter den Energieverantwortlichen der teilnehmenden Betriebe, eine individuelle Initialberatung für jeden teilnehmenden Betrieb sowie EDV–basierte Investitionsberechnungshilfen für die beratenden Ingenieure. Dadurch werden die Transaktionskosten der Betriebe erheblich reduziert, die profitablen Energiekostensenkungsmaßnahmen identifiziert und zugleich die Leistungsfähigkeit und Produktivität der externen Beratung erhöht.

Die Aufgabenstellung des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geförderten Projektes ist, das bestehende Know-how dieses innovativen klimapolitischen Instrumentes schnell in ganz Deutschland zu verbreiten. Hierzu unterstützen drei Partner des Projektkonsortiums interessierte Netzwerk–Initiatoren (zum Beispiel: IHKs, Wirtschaftsplattformen, Energieagenturen, Energieversorger) beim Aufbau und beim Betrieb von 30 Pilotnetzwerken. Ein bestehendes Netzwerk-Managementsystem (LEEN® Local Energy Efficiency Networks), das während des Projektes weiter entwickelt wird, dient als Garant einer Mindestqualität für den Aufbau und den Betrieb der Netzwerke. Interessierte Moderatoren und beratende Ingenieure werden für die professionelle Nutzung dieses Netzwerk–Managementsystem durch die LEEN GmbH geschult; sie erhalten nach erfolgreichem Abschluss eine Zertifizierung, die eine Voraussetzung für die Mitarbeit an den 30 geförderten Netzwerken ist.

Relevanz:Know-How-Transfer für Energieeffizienz in mittlere Unternehmen, Senkung der Transaktionskosten, Verdoppelung der Energieeinsparrate der Unternehmen, Senkung der Energiekosten und der CO2-Emissionen (Gewinn von 10 bis 20 Euro je vermiedener Tonne CO2)
Kooperationsmöglichkeiten:IHKs, Wirtschaftsplattformen, Energieagenturen, Energieversorger etc. als Netzwerk–Initiatoren;
Ingenieurbüros und Moderatoren für die Begleitung der Netzwerke;
Unternehmen mit jährlichen Energiekosten von mehr als 150.000 Euro als Netzwerkteilnehmer
Themenbereiche- Energieeffizienz
Letzte Änderung:29. Mai 2010
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