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Errichtung eines innovativen und nachhaltigen Wasser- und Abwasserinfrastruktursystems für das Wohngebiet Dahler Feld in Selm ("AKWA Dahler Feld")

Universität/Institut:Fraunhofer - Institut für System- und Innovationsforschung ISI
Abteilung:Nachhaltigkeit und Infrastruktursysteme
Region:Baden-Württemberg
Ansprechpartner:Dr.-Ing. Harald Hiessl
Telefon +49 721 6809-200
Email: This e-mail address is being protected from spam bots, you need JavaScript enabled to view it
Projektlaufzeit:
Inhalt:Das Gebiet Dahler Feld ist ein gewachsenes Wohngebiet außerhalb der Bebauungsgrenzen der Stadt Selm. Es liegt östlich des Ortsteils Bork in der Bauernschaft Altenbork. Die Ansiedlung besteht aus 26 Ein- und Mehrfamilienhäusern in lockerer Bebauung mit knapp 110 Einwohnern. Ebenfalls ansässig ist ein Betrieb für Landmaschinentechnik. In unmittelbarer Nähe zum Dahler Feld befinden sich ein großer landwirtschaftlicher Betrieb (Viehhaltung) und ein kleiner Nebenerwerbsbetrieb. Das Dahler Feld und die beiden landwirtschaftlichen Betriebe sind weder an eine zentrale Trinkwasserversorgung noch an eine zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen. Die Gelsenwasser AG beabsichtigt aus Kostengründen mittelfristig nicht, die Trinkwasserversorgung für das Dahler Feld zu übernehmen. Die Stadt Selm hat im aktuellen Abwasserbeseitigungsplan (ABK) den Anschluss des Dahler Felds an die zentrale Kläranlage vorgesehen. Seitens der Stadt besteht jedoch aufgrund der hohen Kosten ein vitales Interesse an kostengünstigeren Lösungsalternativen für die wasserwirtschaftliche Erschließung des außerörtlichen Wohngebiets.

Die Trinkwasserversorgung erfolgt im Dahler Feld durch Hausbrunnen, die von den Eigentümern betrieben werden. Bei mehr als der Hälfte der Hausbrunnen kommt es bei einzelnen Parametern der amtlichen Trinkwasseranalysen zu Grenzwertüberschreitungen.

Zur Abwasserentsorgung verfügen die Wohneinheiten über Klärgruben, die in der Mehrzahl nicht mehr dem heutigen technischen Stand entsprechen. Derzeit werden von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Unna alle Kleinkläranlagen untersucht und für nicht den Anforderungen entsprechende Anlagen kurzfristig umzusetzende Sanierungsauflagen vorbereitet.

Mit dem vorgeschlagenen Projekt wird das Ziel verfolgt, das Dahler Feld mit einer modernen Wasser- und Abwasserinfrastruktur auszustatten, die bezüglich der Trinkwasserqualität, der Abwasserentsorgung sowie der Ver- und Entsorgungssicherheit heutigen und zukünftigen Anforderungen entspricht. Aufgrund der Außerortslage des Dahler Felds lässt sich der Anschluss an zentrale Ver- und Entsorgungsnetze nur unter unverhältnismäßig hohen Kosten realisieren. Das hier vorgeschlagene Projekt soll deshalb die in AKWA 2100 gefundenen und bewerteten Szenarioansätze mit dezentralen und semi-zentralen Systemelementen aufgreifen und sie für die örtlichen Gegebenheiten weiterentwickeln. Vorrangige Projektziele sind Planung, Bau und Betrieb eines modernen Wasserver- und Abwasserentsorgungssystems für den vorzufindenden Gebäudebestand im Dahler Feld, wobei die beiden angrenzenden landwirtschaftlichen Betriebe sowohl als Nutzer als auch als mögliche aktive Partner (z. B. kombinierte Vergärung von häuslichem Abwasser, Gülle und Bioabfällen) in die Überlegungen einbezogen werden sollen. Das Projekt soll modellhaft für ähnliche Ansiedelungen im ländlichen Raum sein und darüber hinaus den Nachweis für die praktische Funktionstüchtigkeit dezentraler bzw. semizentraler Wasserinfrastruktursysteme liefern.

Relevanz:Viele der im Zuge der Umgestaltung der Wasserver- und Abwasserentsorgung einsetzbaren Einzeltechnologien sind bekannt und teilweise im Rahmen von Pilotanwendungen erprobt. Die Zusammenführung zu einem schlüssigen Gesamtkonzept fehlt bisher und soll im Rahmen des vorgeschlagenen Vorhabens realisiert werden.
Kooperationsmöglichkeiten:Wasserversorger
Kommunen
Themenbereiche- Nachhaltige Wasserwirtschaft
Letzte Änderung:29. März 2010